Michael Munzel

Diplom-Psychologe

Seit 1986 ist die Körperpsychotherapie Mittelpunkt meines Arbeitslebens. Bereits während meines Psychologiestudiums an der FU Berlin haben mich die Grundlagen der Körperpsychotherapie in der Tradition von Freud, Reich, Lowen und anderen geprägt. Durch das Krebsprojekt an der FU erhielt ich früh Kontakt zu schwersterkrankten Menschen. Neben dem Studium absolvierte ich das Körpertherapietraining „KIT“ (Körper-Integrativ-Training), welches mir als integrativer Ansatz einen Einblick in die bekanntesten Schulen der Körperpsychotherapie ermöglichte. Durch das Studium selbst wurde mein Interesse für die kognitiven Funktionen geweckt, welche meines Erachtens in der Körperpsychotherapie etwas stiefmütterlich behandelt werden. Ebenfalls studierte ich die modernen Psychoanalytiker wie Kohut oder Kernberg und widmete mich dem Thema Bindung, welches eng damit verknüpft ist. Bis heute bilden diese Traditionen das Fundament meiner Arbeit.

Nach dem Studium gründete ich mit Volker Knapp-Dietrichs, Rob Bennett und anderen das KIT-Zentrum, bildete mich bei Will Davis weiter in den speziellen Ansätzen seiner Reich’schen Schule, wurde dort im Laufe der Jahre Trainer und gründete meine eigene Privatpraxis. In diesen Jahren 1993 – 1999 kristallisierten sich auch meine ersten Steckenpferde heraus: Die Bedeutung des Wortes in der Psychotherapie mit Körper und Seele und die Arbeit mit an Multipler Sklerose erkrankten Menschen. Aus ersteren entwickelte ich mit den „Ergreifenden Worten“ eine der modernen Körperpsychotherapie angepasste Form der verbalen Arbeit.

Die Therapie der Multiplen Sklerose warf, neben erfreulichen therapeutischen Erfolgen, so viele Fragen auf, dass ich im Jahr 1999 eine Schar ausgebildeter Therapeuten um mich herum versammelte, um uns diesen Fragen theoretisch und praktisch zu widmen. Mit dem MS-Projekt (wie wir dieses „Forschungsvorhaben“ nannten) bekam mein Leben eine entscheidende Wende. Es war die Geburtsstunde der heutigen Bindungsenergetik. Die therapeutische Einzelpraxis war mir nur allzu oft ein mangelnder sozialer und emotionaler Rahmen. Mit dem MS-Projekt schufen wir nicht nur eine Forschungsgruppe, sondern auch einen fruchtbaren Bindungsrahmen. Mit den Menschen dieser Gruppen, die im wesentlichen bis heute zusammen geblieben sind, fühle ich mich eng verbunden – ohne sie wäre die Entwicklung der Bindungsenergetik, der Aufbau meiner neuen Praxis (denn 1999 bin ich nach Bremen gezogen) und des heutigen Ausbildungszentrums nicht möglich gewesen. Seither sind so viele Arbeitsentwicklungen entstanden, dass sie den Namen eines neuen Therapieverfahrens rechtfertigen. In diesen Jahren gründete ich auch eine Familie. Meine Frau und unsere beiden Söhne sind der glückliche Kern meines Lebens, aus dem ich die Kraft für das ganze Bindungsenergetik-Projekt schöpfe.

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